Emmi


Hinter EMMI verbirgt sich Christoph Dompke:


Christoph Dompke wurde 1965 in Bremen geboren und wuchs in der Herzogstadt Celle am Rande der Lüneburger Heide auf. Vom Oberlandesgericht Niedersachsen abgesehen dürfte Celle vor allem durch die Justizvollzugsanstalt und das dort durch Terroristen beigebrachte „Celler Loch‟ überregional bekannt sein.

Christoph_DompkeIn der kleinstädtischen Tristesse sorgte neben dem Celler Schloßtheater das deutsche Fernsehen für Abwechslung – die Shows von Anneliese Rothenberger und die von Gisela Schlüter, die einen Hauch von großer weiter Welt und internationalem Glamour in die Wohnzimmer brachten, sind noch heute eine nie versiegende Inspirationsquelle für den später damenimitierenden Komiker.

In Celle ließ sich Christoph Dompke zum Assistenten an Öffentlichen Bibliotheken ausbilden, zu Zeiten, in denen deutsche Bibliotheksangestellte zwar nicht mehr nach den „Preußischen Instruktionen‟ des Jahres 1899 katalogisierten, der geneigten Leserschaft die Bibliotheksbestände aber dennoch mittels Zettelkatalogen erschlossen wurden, die in einigen Fällen – wie beispielsweise der Landesbibliothek Niedersachsen – durchaus kuriose Erscheinungsformen wie den Lippmannschen Kapselkatalog zeitigten.
Nach einigen Jahren ausgedehnter Katalogisierungstätigkeit in der Stadtbibliothek Celle rief der deutsche Staat – Christoph Dompke verschwand für 20 Monate in den dunklen Gängen der Universitätsklinik Eppendorf und leistete dort seinen Zivildienst im chirurgischen OP ab. Geblieben ist ihm eine kulinarische Vorliebe für pikant zubereitete Innereien aller Art und eine gewisse Unerschrockenheit beim Anschauen von blutigen Horror-Filmen.

In Hamburg gab es daneben auch erste Gehversuche als Emmi auf der Bühne im Magnus Hirschfeld Zentrum – einem sogenannten Begegnungszentrum in welchem sich gleichgeschlechtlich liebende Männer und Frauen vor den Zeiten sozialer Netzwerke zum Tanztee um halb fünf verabreden konnten. Dort kam es zum Zusammentreffen mit Hans-Peter Reutter alias Dr. Bertie. In der Rolle als altes Ehepaar – Emmi & Bertie – tingelten die beiden durch Hamburg und das daran anschließende Umland und hatten erste Erfolge im Schmidt-Theater mit einer Hymne auf Hamburgs schönsten Stadtteil Steilshoop.

Der nötige Unterhalt wurde derweil in der Stadtbücherei Norderstedt-Mitte an der Stadtgrenze zu Hamburg verdient, einem ähnlich übersichtlichen Ort  wie Celle, nur ohne Loch. Nach Feierabend und vor den Auftritten als Emmi mit Dr. Bertie ging Christoph Dompke für drei Jahre auf das Abendgymnasium Hamburg St. Georg und erwarb sich dort zwar keine Latein- und nur mäßige Geographie-Kenntnisse, aber doch die Zugangsberechtigung für ein Studium an der Universität: Musikwissenschaft und Germanistik.

Neben der hochinteressanten und beglückenden Erforschung der mittelalterlichen Mensural-Notation (der schwarzen sowohl als wie der weißen) war diese Zeit in ganz anderer Weise von Bedeutung. Hier lernten sich Christoph Dompke und Christian Willner kennen und beschlossen unter tatkräftiger Mithilfe von Thomas Hermanns fürderhin als Emmi &Herr Willnowksy die Straße des Ruhms zu beschreiten, getreu dem Motto von Cindy & Bert: „Geh, geh, geh die Straße, eh der letzte  Stern versinkt.‟

buch-christianSein Studium in Hamburg und Wien mit dem Magister schloß Christoph Dompke mit einer Magisterarbeit über die Vertreibung jüdischer Operettenkomponisten während des „Dritten Reiches‟ ab und brachte anschließend seine erste eigenständige Buchveröffentlichung auf den Weg: „Alte Frauen in schlechten Filmen‟. Die einsam verbrachten Fernseh- und Video-Nächte mit Perlen des Abseitigen fanden hier ihren Niederschlag und bei den seltenen Lesereisen freuen sich Zuschauer immer wieder über Filmausschnitte mit Hildegard Knef in „Witchcraft – das Böse lebt‟, Marika Rökk in „Schloß Königswald‟ oder Hannelore Elsner und Iris Berben in „Fahr zur Hölle, Schwester‟.

Mittlerweile zeigten sich erste Erfolge des Duos –  durch die drei von ihrem Mentor Thomas Hermanns geschriebenen und inszenierten abendfüllenden Shows „Simply Emmi!‟, „All About Emmi‟ und „Emmi on the Rocks‟. Nicht vergessen werden darf natürlich die Boulevardkomödie „Emmi – Die Salome vom Spielbudenplatz‟, die einige Spielzeiten lang (natürlich auf dem Spielbudenplatz) zu sehen war – eine recht freie Bearbeitung der „Salome‟ von Oscar Wilde durch Thomas Hermanns, mit Emmi in der Hauptrolle, die selbstverständlich nie Rollen über 30 spielt.

Langsam wurden die Säle größer und die Zuschauer zahlreicher und trotzdem blieb Christoph Dompke Zeit, sich 2009 am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg promovieren zu lassen. Zum Glück nicht in Harmonielehre oder Kontrapunkt – sein Bühnenpartner findet noch heute, er können einen Violinschlüssel nicht von einem Fagott unterscheiden – sondern mit einer Arbeit über „Unterhaltungsmusik und NS-Verfolgung‟.

Heute sind Emmi & Willnowsky mit zahlreichen Bühnenprogrammen in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland unterwegs und sind damit eines der langlebigsten und erfolgreichsten Komiker-Duos seit Heinrich und Wilhelmine Lübke.

EmmiChristoph Dompke lebt in Berlin, würde aber lieber in Wien leben, weil er Berlin eher als einen Zustand denn eine Stadt empfindet, liebt immer noch Innereien und Horrorfilme, Oper und Operette, die Schlager und die Frisuren von Mireille Mathieu und Daliah Lavi, Wiener Lieder von Cissy Kraner und Helly Möslein und die Schallplatten-Serie „Lebendige Vergangenheit‟, haßt das deutsche Regisseurstheater und die durch eine als Gebühr getarnte Zwangsabgabe finanzierten Krimiserien des deutschen Fernsehens seit Erik Ode, Siegfried Lowitz und Hansjörg Felmy ihre Ermittlungen eingestellt haben, findet, daß die Rechtschreibreform die sinnlosestes Erfindung seit der des wasserdichten Teebeutels ist, versucht seit Jahren erfolglos ungarisch zu lernen und ist und ißt immer wieder gern in Wien und Budapest – Salonbeuschel, Pogácsa, Somlauer Nockerln und gern auch mal einen „Mohr im Hemd“.