Biografie

Es ist wirklich wahr – Emmi und Willnowsky sind seit über zwanzig Jahren ein Paar. Kennengelernt haben sich die ausgebildete Opernsängerin und der klavierspielende russische Spätaussiedler in Steilshoop, einem bezaubernden Stadtteil von Hamburg mit dem Charme eines Rangierbahnhofes nach einem Nuklearkrieg, in dem eine Autowaschanlage schon als kulturelle Institution galt. Emmi versuchte dort ihren Kummer über das  Ende ihrer Karriere zu vergessen und ihre Sorgen zu ertränken – aber ihr Ex-Mann wollte nicht mit ihr schwimmen gehen. Wie gut, dass auch Russen nicht schwimmen können, weil sie nicht  ganz dicht sind. Willnowsky (Vorname Valentin) war zu dem  Zeitpunkt gerade aus den unendlichen Weiten der russischen Tundra ausgewandert und verdiente seinen Lebensunterhalt als Pianist bei „Mövenpick“ im Hanseviertel. Besonders beliebt beim durchweg älteren Hamburger Publikum waren deutsche Volkslieder und österreichische Märsche wie zum Beispiel „Sieg oder Tod im Alpenrot‟.


Bei einem Gespräch über Mülltrennung kamen sich Emmi (damaliger Nachname Hempel-Bertie, eine Kombination aus ihrem Künstlernamen und dem des damaligen Ehemannes) und Willnowsky näher und beschlossen gemeinsam noch einmal die Treppe zum Erfolg zu besteigen. Unterstützt wurden sie in ihrem Bemühen von Thomas Hermanns, der sie in seinen Quatsch Comedy Club auf die Reeperbahn einlud. Dort wurde damals Minderheiten – Alten, Ausländern und Anhängern der Anderen Fakultät – eine Bühne geboten. (Wahrscheinlich rührt daher auch die große Affinität des Hamburger Impresarios Cornelius Littmann zu den beiden Künstlern.) Kennengelernt haben sich
Emmi und Thomas Hermanns in Celle bei einer Lesung von Carla Meyer-Rasch aus deren Buch „Alte Häuser erzählen‟. Nach einer etwas mißglückten Begrüßung von Thomas Hermanns beim Sektempfang („Sie sind ja auch ein ziemlich altes Gemäuer‟) und der entsprechenden Replik von Emmi („Dafür bin ich nicht warmsaniert‟), kamen sich beide in einem Gespräch über Ingeborg Hallsteins Darstellung der Frau Luna in Paul Linckes gleichnamiger Operette näher und sind seitdem freundschaftlich verbunden.


Nach ihrem ersten gemeinsamen Programm „Simply Emmi‟ (UA 1997 im Imperial-Theater auf der Reeperbahn, Buch und Regie Thomas Hermanns) beschlossen Emmi und Willnowsky, in den Bund der Ehe einzutreten, was von beiden als größter Fehler ihres Lebens bezeichnet wird.

 

Über ihr Privatleben sprechen beide seit über zehn Jahren in Berlin lebenden Künstler außerhalb der Bühne so gut wie nicht, und so bleiben viele Details ihres Lebens im Dunkeln. Die Karriere von Emmi am Landestheater Detmold kann leider nicht mehr nachvollzogen werden. Die Unterlagen über diese Zeit wurden durch einen unglücklichen Zufall an das Stadtarchiv Köln  ausgeliehen und liegen nun im Schlamm des Rheins. Eine behauptete Liebesgeschichte ihrer Nenntante Friedegund (einer Deutschen Meisterin im Rhönradfahren) mit Hitler weist sie immer wieder weit von sich. In einem Interview mit der Apothekenumschau sagte sie: „Es ist grotesk, ihr eine Liebesaffäre mit dem Diktator anzudichten. Hitler hat sie zwar mal sein braunes Busenwunder genannt aber nur, weil er sich gewundert hat, wo bei ihr der Busen ist.‟


Auch über Willnowskys Familie gibt es widersprüchliche Aussagen. Allerdings ist es sicherlich nur eine Bosheit von Emmi, die behauptet, er habe 36 Geschwister von denen fünf bis heute nicht vollständig entbunden seien. Seine Freizeit verbringt Willnowsky mit Denksportaufgaben (zum Beispiel dem alphabetischen Sortieren von M&Ms), Emmi hingegen liest gern alte Kritiken über ihre Auftritte und ärgert sich, wenn Willnowsky ihr wieder einmal eine der schlechten untergejubelt hat („Das Schlimmste an ihrem Gesang ist ihre Stimme‟, Mannheimer Morgen). Fragen danach, ob der Ehekrieg aus Karrieregründen nur gespielt sei, und sich vielleicht ganz andere Menschen hinter den meckernden Masken verborgen halten, pflegt Emmi stets mit Robert Gernhard (bezugnehmend auf Theodor Wiesengrund Adorno) zu beantworten: „Es gibt kein richtiges Leben im valschen‟.



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